Februar 2019 | Erfahrung PolyneuropathiePolyneuropathie

Eine Patientin mit undefinierbarer Polyneuropathie berichtet: "Spannendes Unternehmen – Auf was lasse ich mich da ein?"

2014 beunruhigen mich meine Eigenbeobachtungen. Es fällt mir immer schwerer, auf einem am Boden liegenden Seil entlang zu gehen, im Stehen die Schuhe anzuziehen oder in die Hose zu schlupfen. Seit Herbst 2013 kann ich nicht mehr morgens aufstehen und „gerade“ den kurzen Weg ins Badezimmer bewältigen. Ich tapse breitbeinig wie eine Betrunkene. Im Kopf fühlt es sich wie Schwindel an. Der HNO-Arzt schließt eine Ursache vom Gleichgewichtsorgan her aus. Ich suche einen Neurologen auf. Die Nervenleitung an den Füßen ist unauffällig, deshalb wird im Kopf nachgesehen. EEG, MRT, Liquoruntersuchung … Ich erhalte die Auskunft: Es liegt keine MS vor – aber ein PNP-Verdacht.

Im Dezember 2016 halte ich alle Auffälligkeiten schriftlich fest und notiere die Veränderungen im Mai 2017. Die Torkelei nimmt dramatisch zu, immer häufiger habe ich Muskelschmerzen in den Beinen und das Aufstehen wird manchmal echt mühsam. Zum Glück fällt mir nicht mehr so oft das Geschirr beim Spülen aus der Hand oder der Löffel beim Essen in die Suppe. Irgendwie habe ich das erneut gelernt. Kleine Knöpfe werden zum Hindernis. Ich entdecke immer öfter blaue Flecke an den Armen und kann mich gar nicht entsinnen, mich gestoßen zu haben.

Bei meinem zweiten Aufenthalt in einem schulmedizinischen Krankenhaus versucht der Oberarzt mir Gutes zu tun, indem er eine ambulante Reha verordnet. Das Spannendste in den vier Wochen sind für mich die Fragen, die Ärzte bzw. Krankengymnasten stellen. Aus ihnen höre ich mögliche zukünftige Schwierigkeiten heraus.

Die mich begleitende Ärztin erwähnt, dass ich bei meinem Verlauf statistisch gesehen damit rechnen müsste, in zwei Jahren, sprich Anfang 2019, einen Rollstuhl zu benötigen. – Dankbar für ihre Ehrlichkeit setze ich ab jetzt eindeutige Schwerpunkte. Ich möchte noch einmal bestimmte Reiseziele besuchen und bereite mich auf einen Umzug in betreutes Wohnen vor.

Anfang 2018 entdeckt eine Freundin eine Annonce der Klinik am Steigerwald in der Zeitung. Im März halte ich Einzug. Die Stationsärztin kann das Ausmaß meiner sensiblen PNP kaum glauben. Die Diskrepanz zwischen Mobilität und Tiefenwahrnehmung ist enorm. Arme und Beine sind fast gleichermaßen betroffen. Ich spüre nicht, wo bzw. mit welchem Druck sie den Nagel auf Bein oder Arm presst.

Die Tage hier genieße ich. Ein schönes Zimmer. Wunderbares Essen. Täglich ein Arztkontakt und entweder Akupunktur oder Körpertherapie. So richtig zum Wohlfühlen. Mir ist nur ständig von innen heraus kalt. Die Möglichkeit, sich im Japanbad aufzuwärmen wird zum abendlichen Ritual. Die Art positiver therapeutisch beabsichtigter Reaktionen, auf die wir warten, kommen nicht. Doch mir wird bewusst, dass die rasante Verschlechterung – wöchentlich wieder etwas im Alltag nicht mehr zu können – vorbei ist. Stillstand hält Einzug! Wie lange?

Ja, so bleibt es! Nach sechs Monaten ambulanter Weiterbehandlung spüre ich zeitversetzt Druckschmerz. Zwei Monate später kann ich den Zeh, den die Physiotherapeutin berührt, sicher benennen. Freunden fällt nach den Sommerferien auf, wieviel sicherer ich laufe. Das Ausmaß an Konzentration, das ich für´s Laufen benötige, lässt wieder eine Unterhaltung bei einem Spaziergang auf ebenem Grund zu. Positive Veränderungen überraschen mich selber im Alltag. Ich kann wieder einen Knopf annähen! Langsam und etwas umständlich. Aber es geht.

Den Mitarbeitern der Klinik am Steigerwald danke ich ganz herzlich für ihren unermütlichen Einsatz. Hier wird nicht nur fachlich sauber gearbeitet. Das Herz ist dabei. Jedem Patient wird mit Respekt begegnet und er wird individuell behandelt. Die gute Atmosphäre unter den Mitarbeitern hilft auch, psychische Belastungen zu verarbeiten und anklopfende Verzweiflung zu lindern. Vielen Dank!

© Heike Kruse, Diplom Pädagogin 01/2019


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Veranstaltungen

14.11. 11.00 bis ca. 16.00 - Informationstag Polyneuropathie und Restless Legs (ausgebucht)
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Aktuelles

August 2020 Bayerischer Rundfunk berichtet über Klinik am Steigerwald

Was die Chinesische Medizin kann? Was Patienten für Erfahrungen mit der Klinik am Steigerwald gemacht haben? Was wir unter "Ganzheitlichkeit" verstehen? Gestern berichtete der Bayerische Rundfunk über unserer Klinik. Den Beitrag finden Sie hier (ab Minute 15):...weiterlesen

August 2020 Dr. Schmincke mit TCM-Thema in der Frankenschau des BR am Sonntag, den 23.08.2020 um 17.45

Traditionelle chinesische Medizin als gute Behandlungsmöglichkeit bei chronischen Erkranken. Insbesondere zu diesem Thema ist Dr. Christian Schmincke, Chefarzt der Klinik am Steigerwald in Gerolzhofen, ins Studio des Bayrischen Rundfunks in Nürnberg eingeladen.

Chinesische Medizin kann bei schweren Erkrankungen, wie der Polyneuropathie, einer Erkrankung der langen Nerven, die mit Taubheit und Schmerzen einhergeht und bei Morbus Crohn, einer autoimmunen chronischen Darmentzündung, sehr gut helfen. Die chinesische Arzneitherapie spielt dabei die...weiterlesen

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August 2020 Die neue Klinikzeitung ist da!

Liebe Patientinnen und Patienten, liebe Freunde, Förderer und Interessierte Einen „runden“ Geburtstag feiern in Zeiten von Corona. – Geht das überhaupt? Schon mit der herzlichen Begrüßung der Gäste wird es schwierig. Denn die Umarmung beim Empfang, bei der Herz und Herz sich für einen...

Und das Unkonventionelle dieser Begrüßungsgesten bringt sogar, besonders wenn der damit verbundene Balance-Akt spürbar wird, eine Art witzige Intimität zwischen den beiden auf. Aber das wird sich abnutzen. Insgesamt, und das beobachten wir besonders schmerzhaft bei Kindern in Schule oder...weiterlesen

März 2020 Klinik sagt Infotage ab

Die Klinik am Steigerwald hat am 10.3.20 zwei Patienteninforamtionstage abgesagt, die mit jeweils 60 angemeldeten Teilnehmerinnen und Teilnehmern am 14. Und 15. März in der Klinik stattfinden sollten.

Seminarthemen waren die Krankheitsbilder Polyneuropathie und chronische Darmentzündungen, jeweils dargestellt aus Sicht der chinesischen Medizin. Mit dieser Absage folgen wir den dringenden Empfehlungen unserer staatlichen Organe. Auch wir wollen unseren Beitrag leisten, die...weiterlesen

Dezember 2019 Die neue Klinikzeitung ist da!

Liebe Patientinnen und Patienten, liebe Freunde, Förderer und Interessierte, Etwa fünf Kilometer von hier steht, halb versteckt unter Bäumen am Rande des Steigerwaldes das „Nachhaltigkeitszentrum“ des bayrischen Forstes, ein klarer, lichter Holzbau mit Schausammlungen zum Thema Wald,...

Ein weiteres Nachhaltigkeitszentrum blüht und gedeiht in der Region seit 25 Jahren. Es ist die Klinik am Steigerwald. Nachhaltigkeit ist ja schon das Grundprinzip jeder naturheilkundlich-chinesischen Therapie. Das bedeutet auch, dass wir die Medikation unserer Patienten aufgrund unserer...weiterlesen

August 2019 Jetzt heißt es „Schmincke und Schmincke“ im Ärzteteam

Lange haben sich die Mitarbeiter, insbesondere die Ärzteschaft, darauf gefreut. Ab August 2019 ist es nun soweit. “Next generation, just arrived“. Paul Schmincke, Sohn von Chefarzt Dr. Christian Schmincke wird Oberarzt in der Klinik am Steigerwald. Wir haben mit ihm über Vorstellungen und Ziele für...

Herr Schmincke, Sie kommen als Oberarzt in die Klinik, die Ihr Vater vor 23 Jahren gegründet hat und immer noch als Chefarzt leitet. Warum? Ich bin ja sozusagen mit der Klinik am Steigerwald und der Chinesischen Medizin aufgewachsen. Schon während des Medizinstudiums wusste ich immer von dieser...weiterlesen

März 2019 10 Ernährungstipps aus der Chinesischen Medizin

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Die Chinesische Medizin spricht gesunder Ernährung eine hohe Bedeutung zu. Aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) bedeutet gesunde Ernährung aber viel mehr als die Konzentration auf eine obst- und gemüsereiche Kost. Welche Bedeutung für Wohlbefinden und Gesundheit ihr die TCM...

Ernährungstipp: Weniger Milchprodukte Die Chinesische Medizin spricht sich deutlich gegen den dauernden und reichlichen Genuss von Milcheiweißprodukten wie Milch, Käse und Quark aus. Denn: Milcheiweiß führt zur Entstehung von kaltem Schleim, was die Ausbildung von Schlackendeponien in...weiterlesen

Januar 2019 Die neue Klinikzeitung ist da!

Liebe Leserinnen und Leser, es ist ja eine Binsenweisheit, zunächst eine Sache abzuschließen, bevor man Neues beginnt. Und fast banal die Tatsache, dass diese Weisheit so gar nicht mehr in unsere heutige Zeit passt. Die Zeit ist begrenzt, die Erde dreht sich einmal in 24 Stunden, jedenfalls...

Auch unsere Ökonomie kommt an dieser Tatsache nicht vorbei, die Arbeitszeit wird verdichtet, Abläufe werden parallel organisiert, Gleichzeitigkeit ist Trumpf und alles “just in time“. Erst etwas abschließen, dann etwas neu beginnen, ist antiquiert. Die Ökonomie hat immer schon den Daseinsbereich...weiterlesen

Juni 2018 Die neue Klinikzeitung ist da!

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Wozu überhaupt immer wieder ein kurzes Motto, für ein so komplexes und erfahrungsreiches Angebot, wie das der Klinik am Steigerwald? Schlägt man im Duden unter Motto nach, findet man die Übersetzung „Murmeln“, ein gemurmelter Leitgedanke, eine Art Mantra. Jetzt also „Gesundheit finden“. Ist das...weiterlesen

März 2018 Neuer Erfahrungsbericht Restless-Legs online

Eine Patientin mit Restless-Legs und Polyneuropathie berichtet ausführlich über ihre Erlebnisse in der Klinik am Steigerwald.

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Dezember 2017 Die neue Klinikzeitung ist da!

Liebe Leserinnen und Leser, bekanntlich steht das Sprichwort „Man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht“ dafür, dass eine Lösung sichtbar vor einem liegt, man sie aber nicht wahrnimmt. Diese Ausgabe der Klinikzeitung ist dem Thema „Therapiehelfer Wald“ gewidmet. So passt dieses Sprichwort in...

Das eine will innerlich gepflegt sein, das andere im Außen. Bei beiden geht es um Bewegen und Sortieren. Egal, ob bewusstes Lauschen, ob langsames oder schnelles Bewegen, ob meditieren oder riechen. Der Wald bietet für alle Sinne und für das ganze Körperseelensystem eine Chance, sich zwischen...weiterlesen

Juni 2017 Patientenfrage: Warum entwickelt sich nach einer überstandenen Chemo und Bestrahlung eine Polyneuropathie?

Die Polyneuropathie ist nach Auffassung der Chinesischen Medizin eine Vergiftungskrankheit, bei der sich das Ernährungsmilieu der langen Nerven durch eine überforderte Gewebsreinigung verschlechtert. Die Chemotherapie und Bestrahlungen sind Behandlungen, die darauf angelegt sind Gewebe zu...

Dabei fällt viel „Gewebsschrott“ an, der vom Organismus bewältigt werden muss. Ist er in dieser Reinigungsarbeit überfordert, kann das Material die Versorgungsmilieus der langen Nerven massiv verschlechtern. Die therapeutische Option der Chinesischen Medizin liegt in der tiefen Gewebsreinigung. In...weiterlesen

Mai 2017 Linsenbad gegen unruhige Beine

Füße im Linsenbad hilft gegen polyneurpathische Schmerzen

Das Linsenbad eignet sich besonders für Patienten, die an einer Polyneuropathie oder unter dem Restless-Legs-Syndrom leiden. Linsen üben aufgrund ihrer Größe einen besonders guten Berührungsreiz auf die erkrankten Füße aus, Betroffene sie als besonders erholsam empfinden.

Nehmen Sie für ein Linsenbad 1,5 Kilo Linsen und schütten Sie sie in eine Schüssel. Setzen Sie sich hin und stellen Sie Ihre Füße in das Linsenbad. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Füße und bewegen Sie ihre Zehen: anziehen, strecken und die Sohlen ein wenig auf dem Linsenboden belasten. Empfinden...weiterlesen

April 2017 Ratgeber Polyneuropathie und Restless Legs

Dr. Christian Schmincke veröffentlicht neuen Ratgeber

Taube Füße, schmerzende und unruhige Beine, die Krankheit Polyneuropathie und das Restless Legs Syndrom gehören zu den Volkskrankheiten. Immerhin fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung leidet unter polyneuropathischen Schmerzen, etwa jeder zehnte unter unruhigen Beinen. Mit dem neuen Ratgeber...weiterlesen
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