Februar 2017 | Erfahrung PolyneuropathiePolyneuropathie

Hans Günther Maschinenbautechniker, selbständig, Jahrgang 1944

Seit Ende der achtziger Jahre bemerkte ich einen allmählichen Rückgang von Tast- und Temperaturempfindungen meiner Füße. Im Jahr 2000 diagnostizierte mein Hausarzt und der Neurologe Polyneuropathie. Nach genauen Untersuchungen während eines zehntägigen Aufenthalts im Krankenhaus konnte die Ursache nicht festgestellt werden, eine erbliche Veranlagung wurde nicht ausgeschlossen; Heilungsmöglichkeiten gab es keine. Die Krankheit schritt langsam und unaufhaltsam voran. Spaziergänge waren kaum mehr möglich, auch mein geliebtes Fahrradfahren musste ich aufgeben, da ich keinen Kontakt zu den Pedalen mehr spürte. Urlaubsreisen machten keine Freude mehr, spätestens am dritten Tag waren die Füße offen. Ohne erkennbare Gründe bluteten die Zehennägel ein und lösten sich ab.

Im Frühjahr 2003 kam noch ein dreifacher Bandscheibenvorfall mit leichter Fußheberlähmung im rechten Fuß hinzu, es fiel mir immer schwerer meinen Beruf als Selbstständiger im Dienstleistungsbereich auszuüben. Orthopädische Behandlungen mit Krankengymnastik und Ende 2004 war ein Gehen nur noch sehr schleppend möglich, ich hatte Probleme meine Hemdknöpfe zu schließen. Mir fielen oft Gegenstände aus der Hand, da kaum noch Gefühl in den Händen vorhanden war.

Im Februar 2005 ließ ich mich erneut neurologisch untersuchen. Der Arzt sagte mir, er könne nichts für mich tun, mir ginge es doch noch ganz gut, ich könne mich doch noch ohne fremde Hilfe bewegen und versorgen. Er bot mir seine Unterstützung bei der Beantragung eines Schwerbehindertenausweises an, damit wenigstens die finanzielle Seite berücksichtigt werde. Außerdem empfahl er dringend, meine Tochter solle sich auf eventuelle erbliche Veranlagung untersuchen lassen – die Untersuchung ergab keine Hinweise darauf, hurra. Sie durchforstete daraufhin aber das Internet und fand – die Klinik am Steigerwald.

Der Familienrat ließ mir keine Chance – am 19. April 2004 trat ich mit sehr gemischten Gefühlen meinen Aufenthalt im Steigerwald an. Meine anfängliche Skepsis legte sich sehr schnell. Ich war erstaunt und begeistert, wie viel Zeit und Ruhe die Ärzte einem entgegenbringen. Nach nur einer Woche mit Arzneizherapie, Körpertherapie und Akupunktur konnte ich wieder größere Schritte machen. Das QiGong am Morgen wurde zur Gewohnheit. Am Anfang noch ungläubig belächelt (was soll denn das, ist das auch Gymnastik oder was?) half es ganz einfach, die Steifigkeit aus den Gliedern zu vertreiben, auch die Rückenschmerzen ließen nach. Meine Spaziergänge im Wald, die ich am Anfang mehr aus Pflichtbewusstsein unternahm, wurden immer länger, nach der ersten Woche machten sie Spaß, ich genoss den Frühling im Wald.

Die angenehme, ruhige Atmosphäre unter Ärzten und Pflegepersonal, das fantastische Essen und die heitere, manchmal sogar ausgelassene Fröhlichkeit mit den Mitpatienten machten den Aufenthalt zum Erlebnis. Nach zwei Wochen konnte ich meine Zehen wieder bewegen, morgens stand ich ohne Rückenschmerzen auf! Es machte auf einmal wieder Freude, das Frankenland allein oder bei gemeinsamen Ausflügen mir Alexandra und Sigrun kennen zu lernen. Nach drei Wochen war fast ein anderer Mensch aus mir geworden; ich habe mich wohl gefühlt wie seit Jahren nicht mehr, ich war wieder beweglicher und sehr viel ruhiger geworden. In diesen drei Wochen habe ich keinen Bildschirm aus der Nähe gesehen.

Nach meiner Rückkehr ins Berufsleben brauchte es etwas, den neuen Rhythmus zu finden. Die Zeit für das QiGong am Morgen wurde fest in den Tagesablauf eingebaut, ebenso gehört jetzt die Thermosflasche mit dem Dekokt zu den festen Größen. Die ambulante Betreuung ist wunderbar und die Versorgung mit den Dekokten klappt prima. Auch wenn der Heilungsprozess natürlich nicht so schnell und so konstant wie in der Anfangszeit ist, das Leben hat wieder eine neue Qualität gewonnen. Auch wenn die Neurologen keine messbaren Verbesserungen nachweisen konnten (Mai 2005, kurz nach meiner Entlassung) und die chinesische Medizin ignorieren, gehe ich diesen Weg weiter.

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Veranstaltungen

10.03. 11.00 bis ca. 16.00 - Informationstag Polyneuropathie und Restless Legs
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05.05. 11.00 bis ca. 16.00 - Informationstag Polyneuropathie und Restless Legs
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Aktuelles

Dezember 2017 Die neue Klinikzeitung ist da!

Liebe Leserinnen und Leser, bekanntlich steht das Sprichwort „Man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht“ dafür, dass eine Lösung sichtbar vor einem liegt, man sie aber nicht wahrnimmt. Diese Ausgabe der Klinikzeitung ist dem Thema „Therapiehelfer Wald“ gewidmet. So passt dieses Sprichwort in...

Das eine will innerlich gepflegt sein, das andere im Außen. Bei beiden geht es um Bewegen und Sortieren. Egal, ob bewusstes Lauschen, ob langsames oder schnelles Bewegen, ob meditieren oder riechen. Der Wald bietet für alle Sinne und für das ganze Körperseelensystem eine Chance, sich zwischen...weiterlesen

Juni 2017 Patientenfrage: Warum entwickelt sich nach einer überstandenen Chemo und Bestrahlung eine Polyneuropathie?

Die Polyneuropathie ist nach Auffassung der Chinesischen Medizin eine Vergiftungskrankheit, bei der sich das Ernährungsmilieu der langen Nerven durch eine überforderte Gewebsreinigung verschlechtert. Die Chemotherapie und Bestrahlungen sind Behandlungen, die darauf angelegt sind Gewebe zu...

Dabei fällt viel „Gewebsschrott“ an, der vom Organismus bewältigt werden muss. Ist er in dieser Reinigungsarbeit überfordert, kann das Material die Versorgungsmilieus der langen Nerven massiv verschlechtern. Die therapeutische Option der Chinesischen Medizin liegt in der tiefen Gewebsreinigung. In...weiterlesen

Mai 2017 Linsenbad gegen unruhige Beine

Füße im Linsenbad hilft gegen polyneurpathische Schmerzen

Das Linsenbad eignet sich besonders für Patienten, die an einer Polyneuropathie oder unter dem Restless-Legs-Syndrom leiden. Linsen üben aufgrund ihrer Größe einen besonders guten Berührungsreiz auf die erkrankten Füße aus, Betroffene sie als besonders erholsam empfinden.

Nehmen Sie für ein Linsenbad 1,5 Kilo Linsen und schütten Sie sie in eine Schüssel. Setzen Sie sich hin und stellen Sie Ihre Füße in das Linsenbad. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Füße und bewegen Sie ihre Zehen: anziehen, strecken und die Sohlen ein wenig auf dem Linsenboden belasten. Empfinden...weiterlesen

April 2017 Ratgeber Polyneuropathie und Restless Legs

Dr. Christian Schmincke veröffentlicht neuen Ratgeber

Taube Füße, schmerzende und unruhige Beine, die Krankheit Polyneuropathie und das Restless Legs Syndrom gehören zu den Volkskrankheiten. Immerhin fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung leidet unter polyneuropathischen Schmerzen, etwa jeder zehnte unter unruhigen Beinen. Mit dem neuen Ratgeber...weiterlesen

März 2017 Tipp aus der Pflege: Johanneskraut bringt Licht in die Seele und stärkt die Nerven

In unserer Klinik haben wir gute Erfahrungen gemacht, Johanneskrautöl bei Polyneuropathie einzusetzen. Je nach Befindlichkeit des Patienten gibt es wärmende oder kühlende Ölmischungen. Bei der Anwendung wird das Öl rhythmisch eingerieben.

Dazu an der Innenseite der Beine an den Füßen beginnend bis hin zu den Knien aufwärts streichen. Dann auf die Außenseite wechselnd von den Knien wieder abwärts zu den Füßen streichen. Mehrmals wiederholen. Die Rezepturen: Kühlendes Johanneskrautöl: -    50 ml Johanniskrautöl...weiterlesen