10 Tipps zur Ernährung bei Polyneuropathie – Wie viel sollen wir essen?

Ernährung bei Polyneuropathie

Wir haben bereits davon berichtet, dass es nicht die eine Ursache für Polyneuropathie gibt. Im Artikel Das „überlaufende Fass“ der Polyneuropathie haben wir die möglichen Ursachen aufgelistet – eine davon ist auch die Ernährung. Wie bei vielen anderen chronischen Erkrankungen geht es dabei eher um das „Zuviel“. In unserer modernen Konsumgesellschaft dominieren Quantität, fragwürdige Qualität und übertriebene Vielfalt unsere Ernährung. Sie überfordert nach Sicht der Chinesischen Medizin die Verdauungs- und Stoffwechselorgane. Doch wie sieht gesunde Ernährung bei Polyneuropathie aus naturheilkundlicher Sicht aus?

„Nur so viel, dass noch eine Faust Platz im Magen hat.“ Schon die alten Ägypter wussten um die Gefahren der Völlerei. Doch während es zu früheren Zeiten lediglich für die Oberschicht galt, betrifft es heute nahezu alle gesellschaftlichen Schichten. Völlerei ist eine Volkskrankheit. Dabei gilt: Auch qualitativ gutes Essen kann im Übermaß schaden. Die frühere, sparsame Ernährung mit regelmäßigen Hungerphasen hielt hingegen den Körper gesund. Eine solche Ebbe- und Flut-Ernährung führt zu einem regelmäßigen Recycling gespeicherter Reserven und hält die Dynamik der auf- und abbauenden Stoffwechselprozesse auf Trab. Dies ist auch im Hinblick auf die Ernährung bei Polyneuropathie ein Wegweiser.

Die Mitte – zentrales Verdauungsorgan

Als zentrales Verdauungsorgan sieht die Chinesische Medizin die „Mitte“, den Funktionskreis Magen-Milz. Sie hat die Aufgabe Türhüter zu sein und das Eingegangene zu bewerten und „aufzuräumen“. Sie entscheidet welche Speisen, Informationen und Gifte wohin verteilt und wo weiterverarbeitet und ausgeschieden werden. Die Chinesen ordnen der Mitte die Eigenschaften des Aufnehmens, Klärens, Sortierens und Weiterleitens von Nahrung, Gefühlen, Bildern und Informationen zu.

Bei Polyneuropathie gilt daher, nur eine lebendige Mitte hat die Kraft, „Nein“ zu sagen – sowohl bei der Ernährung, als auch bei anderen Konsumverführungen. Nur so kann das Aufgenommene zeitnah verarbeitet werden und die Ansammlung von „Tan“ vermieden werden. Über Bedeutung des „Tan“ bei Polyneuropathie haben wir im Artikel „Immunabfall“ spielt wichtige Rolle bei Polyneuropathie berichtet.

Ernährungs-Tipps – Wie das „Zuviel“ bei Polyneuropathie verhindern?

Weniger Essen ist eine leicht dahin gesagte Empfehlung, die sich jedoch durchaus schwierig gestalten kann. Mit diesen Empfehlungen zur Ernährung bei Polyneuropathie, soll es etwas leichter gelingen. Dennoch: Ausnahmen bestätigen die Regel. Festtage sind Festtage – aber nicht jeder Tag sollte ein Festtag sein.

  1. Nie hungrig einkaufen: Wer sich gesättigt wundert, was er in hungrig in den Einkaufswagen und in den Kühlschrank gelegt hat, sollte beim nächsten Mal vor dem Einkaufen etwas essen.
  2. Nie müde zu Tisch: Die Mitte sollte bei der Nahrungsaufnahme wach sein. Wer vom Essen müde wird, hat zu viel gegessen.
  3. Hunger ist der beste Koch: Wichtigste Regel bei der Ernährung bei Polyneuropathie: 3 Mahlzeiten am Tag reichen aus, besser sind 2.
  4. Nix zwischendurch: Magen und Darm sollen zwischendurch leer werden, ein voller Darm fördert zudem Hungergefühle
  5. Immer schön langsam: Die Mitte braucht Zeit, damit sie rechtzeitig „Stopp“ sagen kann.
  6. Gut Kauen: verlangsamt das Essen und das Essen schmeckt besser
  7. Nicht zu spät: Verdauungsorgane arbeiten nachts nur im Schongang, daher liegen Nahrungsmittel bei später Aufnahme zu lange im Darm. Ein entlasteter Darm kann auch besser seiner immunologischen Funktion nachkommen.
  8. Nicht zu spät für Fortgeschrittene: Eine wichtige Empfehlung zur Ernährung bei Polyneuropathie ist das Abendfasten. Bis auf Tees oder warmes Wasser wird nach 16:00 nichts mehr zu sich genommen.
  9. Ruhig werden: stimmen Sie sich auf das Essen ein, es geht um das Genießen und Verdauen. Lassen Sie die Hektik hinter sich. Bauen Sie Stress keinesfalls durch Essen ab.
  10. Volle Konzentration beim Essen: Handy, Fernseher und Zeitung ausschalten oder weglegen. Problemdiskussionen meiden. Leichte Gespräche und leise Musik hingegen tun auch beim Essen gut.


Wer diese Regeln zur Ernährung bei Polyneuropathie beherzigt, dem wird es leichter fallen, weniger zu Essen. Dies wirkt sich nicht nur auf das Wohlbefinden aus, sondern stärkt den Organismus bei der Krankheitsbewältigung.


Weitere Artikel

Der typische Verlauf der Polyneuropathie

Nervenschmerzen, Missempfindungen, unruhige Beine und die Unfähigkeit, normal laufen oder stehen zu können, sind die Symptome der Polyneuropathie

Die medizinische Wissenschaft beschreibt die Polyneuropathie als einen allmählichen Abbau der peripheren Nerven von den Enden her. Häufig sind Entzündungsprozesse an der Nervendegeneration beteiligt. Die Ursachen sind vielfältig. Unter Diabetikern ist die Krankheit besonders verbreitet. Belastungen durch giftige Stoffe scheinen eine wichtige Rolle zu spielen, lassen sich aber im Einzelfall als Ursache für Polyneuropathie nur schwer nachweisen. weiterlesen

Wie Patienten Veränderungen während der alternativen Therapie bemerken

Wir beobachten in der Phase der Besserung einzelner Symptome der Polyneuropathie auffällige Veränderungen. Chinesische Arzneien haben dann unerwünschte Stoffe mobilisiert und in die Ausscheidung überführt. Viele körperliche Merkmale weisen auf diese stofflichen Entlastungsvorgänge hin. weiterlesen

Die Dokumentations-Studie der Klinik am Steigerwald

Therapieerfolg und Nachhaltigkeit der Chinesischen Medizin bei Polyneuropathie bestätigt eine Dokumentations-Studie der Klinik am Steigerwald: 89 Prozent der Patienten profitierten auch noch zwei Jahre nach der Behandlung in der Klinik von der alternativen Therapie. So verbesserten sich bei 52 Prozent die Symptome nachhaltig, bei 37 Prozent der Patienten schritt die Polyneuropathie zumindest nicht weiter fort. weiterlesen

Polyneuropathie: Regeln für Alkohol, Kaffee und Tee-Konsum

Es sind meist viele verschiedene Faktoren die zusammentreffen, wenn eine Krankheit wie Polyneuropathie ausbricht. Einer dieser Faktoren mit hohem Schädigungspotenzial ist der übermäßige Alkoholkonsum. Auch Betroffene, bei denen Alkohol bei der Entstehung der Polyneuropathie keine entscheidende Rolle gespielt hat, sollten Alkohol meiden oder wie Kaffee nur mäßig verzehren. weiterlesen